Interaktion in Kindergarten, Kita, Krippe und Hort

Grundstein für qualitativ wertvolle Arbeit in der Kita ist eine gute Interaktion zwischen Pädagogen, Eltern und Kindern. Dafür braucht es keine speziellen Programme. Die positive Nutzung von Alltagssituationen, die es in jeder Kita gibt, ist Anlass für Interaktionen unterschiedlichster Art.

Erzieherin in Gruppe
© FatCamera / iStock

Welche Grundlage brauche ich für eine gelingende pädagogische Interaktion?

Eine gemeinsame, gut gelingende Interaktion braucht eine fundierte Grundlage. Diese Grundlage besteht in der stabilen Bindung zwischen dem Kind und dem Erwachsenen. Wichtig ist hierfür, dass die Bindung von Sicherheit und Vertrauen geprägt ist.

Kinder brauchen einen vertrauten Rahmen, in dem sie sich entwickeln können. Sie müssen sich geborgen und gut eingebunden fühlen. Das Kind vertraut der Fachkraft, was wiederum sein Wohlbefinden steigert. Demnach sind die pädagogischen Fachkräfte gefragt, die eingeforderte Nähe zuzulassen, und durch Eigeninitiative die Bindung aktiv zu fördern.

So kann durch eine stabile Bindung die Basis für eine funktionierende Kommunikation und Interaktion geschaffen werden.

Entscheidend dabei ist, dass eine feste Bindung nicht nur die Basis von Interaktionen bildet. Eine stabile Bindung zu einem Erwachsenen wirkt sich auf die gesamte Entwicklung des Kindes und dessen Bildungsprozesse aus. Eine gute Entwicklung des Kindes ist folglich nur dann möglich, wenn es Sicherheit und Vertrauen erfährt.

Wie verhalte ich mich also als Fachkraft?

Pädagoginnen und Pädagogen pflegen vertrauensvolle und stabile Beziehungen zu den Kindern, was für diese eine Art Sicherheitsbasis darstellt und Rückhalt vermittelt.

Dabei dient das Verhalten der pädagogischen Fachkräfte den Kindern als Anhaltspunkt.

Kinder brauchen stets eine Rückmeldung, um ihre Unsicherheit ausgleichen zu können. Ihre Anliegen können sich dabei über viele Bereiche erstrecken. Neben den elementaren Bedürfnissen, wie beispielsweise dem Durstlöschen, kann ein Kind auch eine besondere Zuwendung einfordern, um somit die eigenen Emotionen zu regulieren.

Dazu gehören unter anderem das Trösten und Beruhigen des Kindes, egal welchen Hintergrund seine Aufregung hat. Ebenso sucht ein kleines Kind oft nach Rückversicherung in seinem explorativen Verhalten, also bei seiner Erkundung der Welt.

Insgesamt ist es einem Kind nicht möglich, sich forschend mit der Welt auseinanderzusetzen, wenn es sich grundlegend unsicher fühlt. Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit ist für die Kinder die elementare Voraussetzung, den Mut zu fassen, Dinge auszuprobieren. Fühlt sich ein Kind unsicher, so stoppt es mit seinen Erforschungen. Die Erwachsenen sind gefragt, dem Kind dieses Gefühl von Sicherheit wiederzugeben. Erst wenn das Kind seine nötige Sicherheit zurückgewonnen hat, kann es mit seinem Handeln fortsetzen.

Eine stabile Bindung und vertrauensvolle Beziehung sind also Grundlage für gute pädagogische Interaktionen.

Wie gelingt eine gute Interaktion?

Grundsätzlich ist es bedeutsam, jedem Kind auf Augenhöhe zu begegnen. Es ist wichtig, dass die pädagogische Fachkraft das Kind als gleichwertigen Kommunikationspartner ansieht – auch wenn das Verhältnis zwischen Fachkraft und Kind asymmetrisch ist.

Der Professor für Pädagogik Gerd Schäfer spricht in seinen Ausführungen die Subjektivität an. Nur, wenn man als Erwachsener die Subjektivität eines Kindes als bedeutsam und die Äußerungen dieses Kindes als gleichwertig zu den eigenen ansieht, kann man das Kind auch ernst nehmen. Und nur wenn ein Kind das Gefühl hat, verstanden und ernst genommen zu werden, lässt es sich offen auf eine Interaktion mit einer anderen Person ein.

  • Ein Kind ernst zu nehmen bedeutet, ihm aufmerksam zuzuhören.
  • Nicht nur auf das direkt Gesagte kommt es an, sondern auf das, was sozusagen zwischen den Zeilen steht.
  • Es geht um eine allumfassende Aufmerksamkeit, die möglichst jedes Zeichen des Kindes wahrnimmt.

Selbst sehr ruhige Kinder können sehr viel aussagen, wenn man sie nur genau betrachtet – wenn man ihnen zuhört. Ein Verständigungsprozess muss also nicht immer auf einer verbal ausartikulierten Ebene stattfinden. Man begleitet die Kinder in ihrem Verhalten nicht nur mit Worten, sondern ebenso mit Mimik und Gestik.

Zusätzlich ist Kindern die Rückmeldung auf ihr Verhalten sehr wichtig. Diese Resonanz ist für den Entwicklungsprozess des eigenen Bewusstseins bedeutsam. Die Kinder lernen durch direkte Rückmeldung, das eigene Tun und Denken besser einschätzen zu können.

So kann beispielsweise ein Kind, das versucht seinen Teller auf den Boden zu werfen, an der Reaktion der Pädagogin und des Pädagogen erkennen, dass dies ein unerwünschtes und unangemessenes Verhalten ist. Über die Spiegelung des eigenen Verhaltens kann sich das Kind sozusagen aus der Außenperspektive betrachten und sich dadurch ein Bild von sich selbst machen.

Die Kinder lernen jeden Tag und in jedem Moment. Daher beeinflusst das Handeln der Pädagoginnen und Pädagogen deren Entwicklung maßgeblich. Dieses bewusste Handeln ist eine enorme Herausforderung, wenn man bedenkt, dass in der Kita nicht nur ein Kind ist, mit dem die Erzieherinnen und Erzieher im Laufe des Tages interagieren. Aber gerade deshalb ist es umso wichtiger, sich als Fachkraft immer wieder einmal zurück zu nehmen und sich bewusst fragt, welche Motive dem eigenen Handeln zugrunde liegen und wie sich diese auf die Kinder auswirken.

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