Projektarbeit in Kindergarten, Kita, Krippe und Hort Den Interessen der Kinder folgen

Projektarbeit in der Kita ermöglicht die Partizipation der Kinder am Kita-Geschehen. Projekte werden von den Erwachsenen und den Kindern her gedacht. Die Themen der Kinder stehen jedoch im Vordergrund – Erwachsene sind eher als Impulsgeber zu sehen. Das Aufnehmen der Interessen der Kinder, deren Ideen und Fragen ist ein Zeichen von guter pädagogischer Qualität in der Kita.

Kindergruppe mit Musikinstrumenten
© fatihhoca / iStock

Projekte eignen sich, um situationsorientierte Lernprozesse anzustoßen. Kinder lernen, wenn sie etwas interessiert und sie Anknüpfungspunkte für sich ausmachen können. Die motivationale und emotionale Eingebundenheit beeinflusst den Bildungsprozess ebenso.

Projekte greifen die Interessen der Kinder auf und setzen an deren Selbstbildungspotenzialen an. Sie ermöglichen ein Thema aus verschiedensten Perspektiven mit allen Sinnen zu begreifen. Die Kinder erhalten so einen umfassenden Einblick, können Zusammenhänge begreifen und bekommen eine konkrete Vorstellung von einem Thema. Durch den partizipativen Ansatz ist die Projektarbeit ein Zeichen von Strukturqualität in der Kita.

Was ist ein Projekt?

Ein Projekt entsteht, wenn ein Thema über einen längeren Zeitraum behandelt wird. Dabei erfolgen Planung, Entwicklung und Durchführung nicht für, sondern weitestgehend gemeinsam mit den Kindern.

Die Kinder bringen von Beginn an ihre Gedanken, Ideen und Kompetenzen in die Gestaltung ein. Das Ergebnis eines Projekts ist zu Beginn offen. Im Vordergrund steht das entdeckende und forschende Lernen der Kinder. Hierzu werden möglichst vielfältige Zugänge zu einem Thema gesucht. Im gemeinsamen Prozess können die Kinder ihre Erfahrung diskutieren und reflektieren.

Projekte müssen nicht auf die Räumlichkeiten und Ressourcen der Einrichtung begrenzt sein. Sie bieten sich an, um die Kompetenzen der Eltern mit einzubeziehen. In Einrichtungen mit Kindern vieler Nationen lässt sich zum Beispiel ein Projekt gestalten, bei dem die Eltern in die Einrichtung kommen und etwas über das Herkunftsland erzählen, gemeinsam mit den Kindern kochen, etc.

Ebenso lässt sich in Projekten die Öffnung der Einrichtung gut verwirklichen, indem beispielsweise Kontakt mit anderen Berufsgruppen aufgenommen wird.

Projekte verlaufen in drei Phasen:

  1. Projektfindung und -klärung (Initiierungs- und Einstiegsphase)
  2. Projektplanung und -durchführung (Planungs- und Durchführungsphase)
  3. Projektabschluss und -reflexion (Präsentations- und Evaluationsphase)

Projektfindung: Wie entsteht ein Projekt?

Ausgangspunkt für ein Projekt ist die aufmerksame Beobachtung und der Dialog mit den Kindern:

  • Welche Themen beschäftigen die Kinder?
  • Welche Fragen stellen sie?
  • Welche Anregungen kommen von den Kindern selbst?

Hat man ein Thema gefunden, das die Kinder brennend interessiert, so folgen die Fragen:

  • Wie kann man daraus ein Projekt machen?
  • Welche Ansatzpunkte gibt es?
  • Welche Möglichkeiten stehen zur Verfügung?
  • Eignet sich ein Ausflug?
  • Können die Eltern der Kinder einbezogen werden?

Nachdem die Kinder in die Projektplanung mit eingebunden werden sollen, hängt die Auswahl der Ansätze natürlich maßgeblich von deren Ideen ab. Dennoch ist es aber natürlich Aufgabe der Fachkraft, sich konkrete Ziele des pädagogischen Handelns zu überlegen.

Durchführung: Wie gelingt ein Projekt?

Ein Projekt ist ein Prozess. Innerhalb dieses Prozesses ist die Erzieherin dafür verantwortlich die Auseinandersetzung anzustoßen und gemeinsam mit den Kindern die neuen Erkenntnisse zu reflektieren:

  • Welche Erfahrungen haben die Kinder gemacht?
  • Wo sehen sie für sich einen Erfolg?
  • Welche Fragen wurden geklärt und welche sind noch offen, beziehungsweise neu hinzugekommen?

Anhand dieser stetigen Bestandsaufnahme innerhalb eines Projekts werden dann wiederum weitere Schritte geplant.

Projektarbeit ist für alle Beteiligten eine wunderbare Gelegenheit neue Erfahrungen zu machen. Kinder können noch stärker am Geschehen partizipieren. Sie bringen sich mit ihren Gedanken und ihren Fragen ein. Sie fühlen sich ernst genommen, da sie auf ihre vielen Fragen auch Antworten bekommen. Und in ihren Köpfen formt sich ein Bild.

Reflexion: Wie werden Projekte dokumentiert?

Projekte werden sowohl während des Prozesses als auch abschließend dokumentiert. Dabei steht wiederum im Vordergrund, dass die Dokumentation nicht ausschließlich von und für die pädagogischen Fachkräfte ist, sondern die Kinder ins Zentrum rückt.

Die Dokumentation dient im Prozess dazu, die wichtigsten Punkte und Ergebnisse zusammenfassen. Digitale Medien ermöglichen eine Dokumentation mittels Fotos, Ton- und Videoaufnahmen. Diese sind prädestiniert dafür, den Prozess aus Sicht der Kinder festzuhalten. Denn mit dem Tablet oder einer Kamera können die meisten Kinder bereits umgehen und somit das aufnehmen, was ihnen wichtig erscheint. Darüber hinaus können Kinder die Dokumentation so auch ohne Lesekompetenz jederzeit nachvollziehen.

Bei der Dokumentation geht es vor allem um den Prozess, d.h. Fragen, Hypothesen und Theorien, Aussagen und Antworten der Kinder (die Art und Weise, wie sich Kinder die Welt erklären). Diese können auch als Lerngeschichte in der Kita festgehalten werden.

Hierfür ist ein besonderes Augenmerk auf die Strategien der Kinder und deren Erleben gefragt. Voraussetzung ist, dass eine Fachkraft gelernt hat zu beobachten, um auch richtig zu interpretieren. In einem weiteren Schritt gilt es dann wiederum die Kinder partizipatorisch an ihren Lern- und Entwicklungsschritten zu beteiligen. Dies kann bei einer Lerngeschichte zum Beispiel passieren, indem diese anschließend vorgelesen und mit dem Kind gemeinsam besprochen wird.

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