Partizipation in Kindergarten, Kita, Krippe und Hort Kinder werden zu Gestaltern

Partizipation in Kindergarten, Krippe und Hort bedeutet, die Kinder mit ihren Meinungen, Ideen und Bedürfnissen ernst zu nehmen. Die Kinder werden an alltäglichen Prozessen beteiligt, dürfen mitbestimmen und dadurch ihren „Lebensraum Kita“ mitgestalten.

Jungen spielen mit Wasser
© Photo by Ashton Bingham on Unsplash

„Kinder wollen, dass ihre Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit, Kompetenzerleben und Autonomie erfüllt werden. …Kinder wollen an der Gestaltung ihrer Lebensorte aktiv und verantwortlich mitwirken und mitbestimmen können. … durch die Beteiligung an demokratischen Prinzipien fühlen sich Kinder geachtet und respektiert.“

Nentwig-Gesemann; Walther; Thedinga (2018): Kita-Qualität aus der Perspektive von Kindern. Forschungsmethodik und Ergebnisse einer explorativ-rekonstruktiven Studie. In: Frühe Bildung (2018), 7 (2), S.77-87. Göttingen. Hogrefe Verlag. S.77

Partizipation in Kindergarten, Krippe und Hort: Was steckt dahinter?

Von Partizipation spricht man, wenn Kinder an Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, beteiligt werden. Partizipation ist kein Projekt, kein Angebot im Sinne von „Heute machen wir mal Partizipation!“

Es geht darum, wie es Iris Nentwig-Gesemann (et. al.) beschreiben, dass sich Kinder geachtet und respektiert fühlen können, indem Sie ihren Lebensraum (mit-)gestalten. Partizipation in Kindergarten und Hort kann sehr gut über den Austausch, Diskussionen und gemeinsamen Überlegungen stattfinden.

  • „Was wünscht du dir?“
  • „Welche Spielsachen fehlen euch?“
  • „Welches Essen schmeckt euch gut? Möchtet ihr etwas Neues ausprobieren?“
  • „Welches Projektthema interessiert euch?“

Doch je jünger die Kinder sind und je weniger sie noch über sprachliche Werkzeuge verfügen, desto mehr sind sie darauf angewiesen, dass es Pädagogen gibt, die aufmerksam beobachten und sich mit der Beziehungsgestaltung Mühe geben.

Beispiele für die Beteiligung der Jüngsten (Partizipation in der Krippe):

  • Zustimmung einholen („Möchtest du hochgenommen werden?“)
  • auf Signale des Kindes warten („Zeig mir, mit wem du gehen möchtest.“)
  • Kindern Wahlmöglichkeiten geben

Bewusstsein für die eigene Handlungsmacht entwickeln

Das Bewusstsein für die eigene Handlungsmacht können Kinder nur durch das Erleben entwickeln. Ein Kind kann dies nicht lernen, wenn ihm eine Erzieherin erklärt, dass es das Recht hat, Entscheidungen zu treffen und mitzubestimmen. Das Kind muss spüren, wie es sich anfühlt.

  • „Dieses Projekt ist gekommen, weil ich diese Frage gestellt habe!“
  • „Diesen Vorschlag gemacht habe!“
  • „Wie fühlt sich das an, wenn ich auch in einer Konfliktsituation respektiert werde?“

All dies sind Dinge, die ein Kind erfahren und spüren muss, bevor sie in das Gefühl münden, dass es etwas bewirken kann. Diese Selbstwirksamkeitserfahrungen machen Kinder, wenn sie in alltägliche Prozesse einbezogen und dabei ernst genommen werden. Gezielt kann man diese Erfahrung aber auch im Rahmen der Entwicklungsdokumentation, insbesondere der Portfolioarbeit steigern.

Partizipation im Kontext der Portfolioarbeit

Im Portfolio werden die individuellen Interessen und Stärken eines Kindes festgehalten. All das, was das Kind ausmacht und was ihm wichtig ist, ist darin zu finden. Partizipation ist in der Portfolioarbeit eines der zentralen Elemente. Findet keine Partizipation statt, fehlt ein ganz wesentlicher Teil: die Perspektive des Kindes und die Perspektive der Eltern. Diese gilt es in das Portfolio mit einzubeziehen, um ein möglichst ganzheitliches Bild des Kindes zu erhalten.

Folgende Ansätze der Partizipation ergeben sich aus der Portfolioarbeit:

  1. Erstellung des Portfolios (Auswahl von Fotos, weiteren Gestaltungselementen, gemeinsames Formulieren eines Textes, etc.)
  2. Tür-und-Angel-Gespräche mit den Eltern führen
  3. Gestaltung eigener Seiten durch die Eltern

Im Portfolio soll auch die Lebenswelt Familie mit einbezogen werden und Eltern dazu angeregt werden, Familienseiten zu gestalten und über Erlebnisse, die zu Hause passieren, zu schreiben. Die Fachkräfte erhalten, wenn sie die Kinder und die Eltern partizipieren lassen, nochmal einen ganz neuen Blick auf die Kinder und auf die Entwicklung des Kindes.

Wie können digitale Medien die Partizipation der Kinder unterstützen?

Digitalen Medien wie DOKULINO bieten den Einrichtungen die Möglichkeit, mit einem ganz einfachen Hilfsmittel die Portfolioarbeit zu erledigen. Dabei geht es nicht darum, alles nur noch digital zu haben, sondern sich diese digitalen Medien zum Werkzeug und zum Hilfsmittel zu machen, um das, was man tun möchte, einfacher zu machen, wie z.B. die Aufnahme von Fotos.

Mit Hilfe von digitalen Tools können Kinder ganz einfach an der Portfolioarbeit beteiligt werden. So kann die Erzieherin gemeinsam mit den Kindern auf einem schönen, großen Display die Fotos angucken und das Kind an der Auswahl beteiligen:

  • „Möchtest du das Bild in deinen Portfolioordner mitnehmen?“
  • „Möchtest du es nochmal aufnehmen?“
  • „Was war dir in der Situation wichtig?“

Dadurch können die Kinder an der Entstehung partizipieren, ihnen wird eine Stimme gegeben. Darüber hinaus bieten die digitalen Medien wie DOKULINO weitere Ebenen. Wo ein analoges Portfolio nur die Ebene Papier hat oder etwas zu sammeln, hat man mit einem digitalen Portfolio plötzlich die Möglichkeit, Sprachaufnahmen oder Videoaufnahmen zu machen. Kinder können z.B. über eine Sprachaufzeichnung ihre Beschreibung zu einer Situation abgeben. Dadurch fällt es wesentlich einfacher, das Kind tatsächlich zu Wort kommen zu lassen.

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